OK oder nicht OK sein

Viele Menschen ertragen das Gefühl, sich nicht ok zu fühlen, nicht gut genug zu sein, verkehrt zu sein auf die eine oder andere oftmals unbestimmbare Weise. Und oft ist dieses Gefühl des verkehrt Seins nicht in konkreten Beschuldigungen sich selbst gegenüber begründet, sondern es hängt an einem fest, wie eine unsichtbare Schicht, mit der man gelernt hat zu leben oder wofür man vielleicht kompensiert im Alltag.

Solche Gefühle der Scham oder des verkehrt Seins sind mit unserer Existenz, mit unserem Sein verknüpft und weniger mit dem, was wir tun – im Unterschied zur Schuld, die mit etwas zusammenhängt, das man getan hat und worüber man selber findet oder andere finden, dass es verkehrt war. Schuldgefühle kann man oft beseitigen, indem man etwas Gutes tut. Wie heisst es so schön: Wenn ich deine Vase zerbreche, kann ich dir eine neue und darüber hinaus einen Strauss Blumen kaufen. Vielleicht bin ich aber der Meinung, dass es nicht meine Schuld war, und so kann die Schuldfrage diskutiert werden. Aber wenn man sich verkehrt fühlt oder sich schämt, dann ist die natürliche Reaktion sich zurück zu ziehen oder sich zu verstecken. Der schweizerisch-amerikanische Psychiater Leon Wurmser hat Schamgefühle wie folgt beschrieben:

Scham ist eine bestimmte Form der Angst, welche ausgelöst wird durch eine wirkliche oder eingebildete Gefahr, ausgestellt, missbraucht, gedemütigt, verurteilt oder abgewiesen zu werden. Und hinter dem Schamgefühl liegt oftmals ein überwältigendes Gefühl von Hilflosigkeit, welches wir als Kind als angsterweckend – ja gar als schrecklich empfunden haben, es alleine zu erleben.

Viele Menschen ertragen das Gefühl, sich nicht ok zu fühlen, nicht gut genug zu sein, verkehrt zu sein auf die eine oder andere oftmals unbestimmbare Weise. Und oft ist dieses Gefühl des verkehrt Seins nicht in konkreten Beschuldigungen sich selbst gegenüber begründet, sondern es hängt an einem fest, wie eine unsichtbare Schicht, mit der man gelernt hat zu leben oder wofür man vielleicht kompensiert im Alltag.

Solche Gefühle der Scham oder des verkehrt Seins sind mit unserer Existenz, mit unserem Sein verknüpft und weniger mit dem, was wir tun – im Unterschied zur Schuld, die mit etwas zusammenhängt, das man getan hat und worüber man selber findet oder andere finden, dass es verkehrt war. Schuldgefühle kann man oft beseitigen, indem man etwas Gutes tut. Wie heisst es so schön: Wenn ich deine Vase zerbreche, kann ich dir eine neue und darüber hinaus einen Strauss Blumen kaufen. Vielleicht bin ich aber der Meinung, dass es nicht meine Schuld war, und so kann die Schuldfrage diskutiert werden. Aber wenn man sich verkehrt fühlt oder sich schämt, dann ist die natürliche Reaktion sich zurück zu ziehen oder sich zu verstecken. Der schweizerisch-amerikanische Psychiater Leon Wurmser hat Schamgefühle wie folgt beschrieben:

Scham ist eine bestimmte Form der Angst, welche ausgelöst wird durch eine wirkliche oder eingebildete Gefahr, ausgestellt, missbraucht, gedemütigt, verurteilt oder abgewiesen zu werden. Und hinter dem Schamgefühl liegt oftmals ein überwältigendes Gefühl von Hilflosigkeit, welches wir als Kind als angsterweckend – ja gar als schrecklich empfunden haben, es alleine zu erleben.

Kvinde der skuler ansigtet i hænderneNun sind Schamgefühle in sich selbst nicht etwas, denen wir ausweichen können. Wie der vorwurfsvolle Ausdruck „er hat keine Scham im Leibe“ illustriert, ist es auch nicht gut, schamlos zu sein. Schamgefühle sind ein zweckmässiger, instinktiver Sensor für Menschlichkeit und Taktgefühl, wie der dänische Psycholog Lars J. Sørensen es formuliert. Es sind solche Gefühle, die es braucht, um uns vom Stuhl zu erheben, wenn wir Zeugen einer taktlosen oder sogar unmenschlichen Behandlung werden. Wie zum Beispiel wenn einer der Gäste unverhohlen kritisiert, wie die Gastgeber ihr Haus eingerichtet haben.

Schamgefühle können dann schädlich oder als äusserste Konsequenz invalidisierend sein, wenn sie zu einem Teil des Selbstverständnisses werden, meistens in der Verkleidung, wo man glaubt, nicht gut genug oder dergleichen zu sein. Das ist dann der Fall, wenn sich dieses Gefühl permanent in den Gedanken um sich selbst festsetzt, im Nervensystem und auch im Körper, wo es sich auf verschiedene Arten manifestieren kann.

Selbstzerstörung oder Verletzungen, die man sich selber zufügt sind häufige Folgewirkungen davon. Diese Handlungen können betrachtet werden als ein Selbstversuch, sich zu befreien, für das nicht definierbar Verkehrte zu büssen. Weil aber die Scham in Tat und Wahrheit mit dem Sein und nicht mit dem Tun zusammenhängt, genügt dies nicht. Im Gegenteil: Sich selbst schadende Handlungen verschlimmern das Ganze. Es entstehen neue Schuldgefühle, die entstehen, weil man auf schädliche Weise mit sich selber umgeht.

Die zugrundeliegende Scham entsteht, weil man als Kind – auch gefühlsmässig – nicht richtig gesehen oder sich nicht richtig begegnet fühlt. Wenn man vielleicht von den Personen übersehen wird, von denen man am allermeisten gesehen werden möchte, wenn man nicht respektiert oder ausser Acht gelassen wird, oder wenn man mit zu viel Nachsicht behandelt wird oder gar lächerlich gemacht oder bloss gestellt wird. Kurz gesagt, wenn die Personen, die einem am nächsten stehen – namentlich die Mutter – nicht auf derselben Wellenlinie sind, wie man selbst, um es mit einem treffenden Ausdruck zu formulieren.

Die Scham ist eine sehr empfindliche Pflanze, die möglichst im Schatten bleiben möchte und welche die direkte Konfrontation meidet. Der Versuch, eine Person davon zu überzeugen, dass er oder sie keinen Anlass hat, sich zu schämen, wird im besten Fall wirkungslos sein – weil wie alle anderen Gefühle auch die Scham das Bedürfnis hat, gesehen, bemerkt und anerkannt zu werden, als die, die sie ist, um mit ihr weiter zu kommen. Die Scham kann nicht wegmanipuliert werden. Aber sie kann aufgelöst und verwandelt werden, indem man gesehen wird, und als Person mit liebenden Augen betrachtet wird.

Scham entsteht in der Einsamkeit, kann aber im Zusammensein mit anderen Personen behandelt werden.

 

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